Klettersteigkurs an der Steinplatte

Kurven, Kaiserwetter und Kirchenglocken
Am Donnerstag begann unsere Tour mit der individuellen Anreise nach Adolari. Nach und nach trafen alle Teilnehmer ein, und beim gemeinsamen Essen in der „Tour Rast“ stimmten wir uns auf die kommenden Tage ein. Die Vorfreude war groß, denn vor uns lagen drei abwechslungsreiche Fahrtage durch Tirol, Südtirol, Salzburg und Bayern. Ausnahmsweise zeigte sich auch das Wetter von seiner besten Seite: Statt Regenkombis, grauer Wolken und der üblichen Diskussion über wasserdichte Handschuhe begleiteten uns Sonne, klare Sicht und angenehme Temperaturen – fast schon verdächtig gute Voraussetzungen für eine gelungene Motorradtour.
Am Freitag starteten Paul, Hubert, Franz und Jan um 9.00 Uhr in Adolari. Die Route führte zunächst über Kitzbühel und den Pass Thurn weiter in Richtung Felbertauerntunnel. Danach ging es durch das Defereggental über den Staller Sattel nach Antholz und weiter in Richtung Pustertal. Auf der Pustertaler Höhenstraße konnten wir die herrlichen Ausblicke besonders genießen, bevor die Strecke über Lienz weiter zum Großglockner führte. Die Kombination aus Kurven, beeindruckender Bergkulisse und bester Sicht machte diesen Tag zu einem echten Höhepunkt – und sorgte dafür, dass die Pausen nicht nur zum Kaffee, sondern auch zum Staunen genutzt wurden. Nach rund 380 Kilometern kehrten wir um 18.30 Uhr beim Strasserwirt in St. Ulrich ein. Den Abschluss bildete, wie es sich gehört, ein Bier auf der Terrasse in Adolari – mit Blick auf die leuchtenden Berge im Abendlicht.
Auch am Samstag meinte es das Wetter gut mit uns. Leider musste uns Paul bereits verlassen, sodass die Tour nur noch zu dritt fortgesetzt wurde, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Um 9.00 Uhr machten wir uns erneut von Adolari aus auf den Weg. Über Saalfelden führte die Tour zum Hochkönig und weiter über Dienten nach St. Johann im Pongau. Von dort ging es über Radstadt und Schladming nach Bad Mitterndorf, wo die Skiflugschanze einen markanten Orientierungspunkt bot. Anschließend führte die Strecke zum Hallstätter See und weiter durch das Tennengebirge nach Hallein. Ein weiterer Höhepunkt war die Roßfeld-Panoramastraße mit ihren eindrucksvollen Ausblicken, bevor es über Berchtesgaden und Lofer zurück in Richtung Waidring ging. Nach 325 Kilometern ließen wir den Fahrtag um 19.00 Uhr beim Schneiderwirt ausklingen. Beim Essen wurden wir halbstündig vom Kirchengeläut begleitet – offenbar hatte man im Ort eigens die akustische Untermalung für unsere wohlverdiente Stärkung bestellt. Später saßen wir erneut auf der Terrasse in Adolari zusammen und genossen den Blick auf die Berge, die in der Abendsonne noch einmal besonders schön aufleuchteten.
Am Sonntag stand schließlich die Heimfahrt an. Die Route führte noch einmal über den Pass Thurn nach Mittersill und weiter über den Wildkogel. Über das Zillertal und die alte Passstraße ging es zum Achenpass, anschließend vorbei am Sylvensteinspeicher und über Bad Tölz in Richtung Fürstenfeldbruck. Gegen 15.30 Uhr kamen wir dort nach weiteren 270 Kilometern an – zufrieden, leicht müde und mit dem beruhigenden Gefühl, dass Mensch und Maschine die Tour gleichermaßen gut überstanden hatten.
Insgesamt war es eine rundum gelungene Tour mit abwechslungsreichen Strecken, schönen Pässen, eindrucksvollen Landschaften. Besonders in Erinnerung bleiben die langen Kurven, die klaren Ausblicke, das freundliche Kirchengeläut beim Schneiderwirt und die seltene Tatsache, dass uns dieses Mal tatsächlich durchgehend schönes Wetter vergönnt war. So wurde aus den vorliegenden Routendaten nicht nur eine Fahrt von Ort zu Ort, sondern ein gemeinsames Erlebnis, an das wir sicher gerne zurückdenken werden – spätestens dann, wenn bei der nächsten Tour wieder jemand vorsorglich die Regenkombi ganz oben in die Tasche legt.
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